- Feste Abbaurate: Der Körper baut durchschnittlich 0,10 bis 0,15 Promille pro Stunde ab. Ein Standardgetränk benötigt rund 1,5 bis 2 Stunden.
- Die Morgen-danach-Falle: Wer nachts um 02:00 Uhr mit 1,5 Promille schlafen geht, hat nach 6 Stunden Schlaf um 08:00 Uhr noch etwa 0,6 bis 0,9 Promille Restalkohol.
- Schlaf baut nicht schneller ab: Die Leber arbeitet im Schlaf im gleichen enzymatischen Tempo wie im Wachzustand.
- Fahrtüchtigkeit: Die 0,5-Promille-Grenze (§ 24a StVG) ist eine bußgeldrechtliche Obergrenze; bei Ausfallerscheinungen droht schon ab 0,3 Promille eine Straftat (§ 316 StGB).
Was „nüchtern“ hier bedeutet
Nüchtern bedeutet in diesem Kontext: kein messbarer Alkohol mehr im Blut. Das ist strenger als „ich fühle mich wieder klar“. Subjektive Nüchternheit tritt oft früher ein als die rechnerische – und beides ist nicht dasselbe wie Fahrtauglichkeit.
Wie der Körper Alkohol verarbeitet
Ein kleiner Teil des Alkohols wird unverändert über Atem, Urin und Schweiß abgegeben. Der überwiegende Teil wird in der Leber Schrittweise zu Acetaldehyd und dann zu Essigsäure abgebaut. Diese Enzymarbeit läuft im Wesentlichen mit fester Geschwindigkeit – unabhängig davon, wie sehr man es sich wünscht.
Ein Rechenbeispiel, keine Abfahrtszeit
Wer abends bis 23 Uhr insgesamt 60 Gramm Alkohol trinkt (etwa vier bis fünf kleine Biere), hat gegen Ende des Abends rechnerisch einen Wert um 0,9 ‰ – je nach Gewicht und Verteilungsfaktor. Bei einem Abbau von 0,1–0,15 ‰ pro Stunde dauert der Rückweg auf null damit viele Stunden: bis zum Morgen und darüber hinaus. Die Zahl ist eine Größenordnung, keine Vorhersage.
Kaffee, Essen, Duschen und Sport
Keines davon senkt den Blutalkoholwert. Kaffee vertreibt Müdigkeit – im ungünstigsten Fall erzeugt er einen munteren, immer noch beeinträchtigten Menschen. Essen vor dem Trinken verlangsamt zwar die Aufnahme, baut aber keinen Alkohol ab. Kalte Duschen und Bewegung ändern an der Leberarbeit nichts.
Macht Schlaf nüchterner?
Schlaf hilft dem Körper, sich zu erholen – aber der Abbau läuft im Schlaf mit demselben Tempo weiter wie im Wachen. Aus sechs Stunden Schlaf wird keine zusätzliche Abbauleistung. Der Morgen nach einer durchzechten Nacht beginnt oft mit Restalkohol, den man nicht spürt.
Eine planbarere Strategie als Rechnen
Statt Minutentabellen zu bemühen, funktioniert Rückwärtsplanen besser: Wann muss ich morgen fit sein? Von dort aus ergibt sich, wie viel heute Abend realistisch hineinpasst. Wer fahren muss, plant am sichersten mit null Alkohol – erst recht mit 0,0-‰-Regelung für Fahranfänger.